Was hier kalibriert wird
Ein Laser schneidet keine Linie, sondern eine Fuge. Wie breit sie ist, hängt an Material, Dicke und Linse — und sie ist der Unterschied zwischen einer Tasche, in die ein Werkzeug sauber hineingeht, und einer, in die es nur mit Gewalt geht. Dieselben drei Größen bestimmen auch das Spiel, das ein Schaum braucht.
Jede Kombination wird einmal eingemessen und gilt dann für alle Teile aus diesem Material. Eine fehlende Kombination hält nichts auf: das Inlay wird mit dem Platzhalterwert gerechnet und trägt das im Dateikopf. Nur ist es dann eben geschätzt.
Stand
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| Material | Dicke | Linse | Beleg | Schnittfuge | MaĂźstab | Stand |
|---|
Weg 1 · PrĂĽfmuster
Der belastbare Weg, und der einzige, der Schnittfuge und Maßstab trennt. Das Muster trägt Schlitze und Stege in vier Nennweiten: Schlitze werden um die Fuge breiter als gezeichnet, Stege um dieselbe Fuge schmaler. Aus beidem zusammen lassen sich die zwei Unbekannten getrennt bestimmen — aus Schlitzen allein nicht.
- 1 Auftrag anlegen. Legt Material, Dicke und Linse fest und erzeugt den Link für den Messenden. Der Befehl steht unten — angelegt wird über SSH und nicht über das Netz, weil diese Seite kein Login hat und eine offene Schreibschnittstelle sich jeder Fremde mit dem Browser aufmachen könnte.
- 2
Muster erzeugen und schneiden lassen.
scripts/kerf_muster.pyschreibt die DXF. Kerf-Offset am Laser auf 0, sonst verfälscht er genau das, was gemessen werden soll. - 3 Link weitergeben, Werte eintragen lassen. Das Formular rechnet beim Eintragen mit und beanstandet eine Zahl, die nicht zu den übrigen passt — am Werkstück, wo Nachmessen noch möglich ist.
- 4
Messblatt holen und rechnen.
auftrag.js hole <token>liefert die CSV,scripts/kerf.pymacht daraus das Materialprofil. Erst dieses Skript entscheidet, ob ein Profil entsteht — das Urteil der Seite ist eine Handreichung, keine Abnahme.
Neue Kombination anlegen
Angaben eintragen, Befehl kopieren, am Server einfĂĽgen. Der
Name ist der Griff, unter dem das Profil später angesprochen wird
(--material) — erlaubt sind Buchstaben, Ziffern,
- und _.
Angaben eintragen …
Weg 2 · Reales Teil nachmessen
Der schnelle Weg: ein Inlay schneiden, nachmessen, die Abweichung eintragen. Das bringt sofort in die Produktion und verbessert das Werkzeug StĂĽck fĂĽr StĂĽck. Es ersetzt den PrĂĽfmuster-Weg aber nicht, und zwar aus einem rechenbaren Grund.
Eine Messung kann Skalierung und Offset nicht unterscheiden. Ein Skalierungsfehler wächst mit der Länge, ein Offset nicht: 0,2 % machen an einem 20-mm-Loch 0,04 mm und an einem 200-mm-Umriss 0,40 mm — ein Offset von 0,20 mm macht an beiden 0,20 mm. Wer nur einen Regler hat, korrigiert mit ihm beides und macht die jeweils andere Größe zwangsläufig falsch. Die Trennung braucht ein zweites Maß deutlich anderer Länge.
Der Korrekturwert gehört dem Bauteil, nicht dem Material. Eine Tasche ist zu eng, der Offset wird um +0,19 mm nachgezogen — war die Ursache in Wahrheit der fehlende Kerf, steckt der Materialfehler ab jetzt im Bauteil. Wird das Material später richtig eingemessen, liegt dasselbe Teil um den vollen Kerf daneben: 0,38 mm. Beide Zahlen sehen für sich plausibel aus; auffällig wird die Doppelung nur, weil der Dateikopf sie getrennt nennt.
Abweichung umrechnen
Die Bezugslänge ist die Strecke, über die gemessen wurde — bei einem Außenmaß das Maß selbst, bei einer Tasche deren Weite.
Beides sind Vorschläge für dieselbe Messung. Was davon stimmt, entscheidet ein zweites Maß deutlich anderer Länge.
Eingetragen wird der gewählte Wert an der Bauteilrevision
(skalierung_x/y, offset_mm) und mit
praxis_bestaetigt gekennzeichnet, sobald ein Teil damit gepasst
hat. Gerechnet wird genauso in kern/korrektur.py — diese Seite
rechnet nur vor.
Wo die Werte landen
Schnittfuge und Spiel gehören dem Material und stehen in
material/<name>.json. Jedes neue Teil aus diesem Material
erbt sie.
Skalierung, Offset und Rotation gehören dem Bauteil und stehen an der Revision. Sie gelten nur für dieses eine Teil.
Die Linse führt diese Seite als eigene Größe; der Messkern kennt sie bisher nur im Freitext zum Laser. Ob ein Materialprofil künftig über Schaum × Dicke × Linse bestimmt wird, ist eine Kernentscheidung und steht noch aus — bis dahin ist die Linse hier dokumentiert und dort mitgeschrieben, aber nicht Teil der Kennung.